Vorwort
So angenehm das Orts- und Straßenbild in Fischeln empfunden wird, so wenig ist doch oft über die Fischelner Geschichte, aber auch über die Geschichte einzelner Gebäude, Denkmäler und Straßenzüge bekannt. Die "Freunde und Förderer für Heimatpflege und Schützenbrauchtum" in der Bürger-Schützen-Gesellschaft 1451 Fischeln e.V. wollen hierzu beitragen, diese Lücke zu schließen.
Alt-Fischelner können dabei ihr geschichtliches Wissen nochmals auffrischen, zugezogene Bürger erhalten Informationen, die sie sicher bisher noch nicht kennen gelernt haben. Wir laden Sie Sie zu einem Rundgang durch den Ortskern ein, aber auch zu einem Ausflug in die unmittelbare Umgebung.
Ich wünsche Ihnen dabei viel Freude!
Bürger-Schützen-Gesellschaft 1451 Fischeln e.V.
Benedikt Lichtenberg
1. Vorsitzender
Lentzen geboren. Er starb am 27. Oktober 1891.
Johann Peter Lentzen hat ein reichhaltiges Schrifttum hinterlassen. 1860 schrieb er den ersten Band „Die Gemeinde und Pfarre Fischeln“. 1862 folgte der weite Band. Außerdem gründete er im Jahre 1875 „Die
Heimat“, ein Wochenblatt für alle, die an rheinischer Geschichte interessiert sind. Seit vielen Jahrzehnten ist der Ketelshof im Eigentum der Familie Frenzen, die dort
sehr erfolgreich eine Pferdezucht betreibt.

Heinrich Buscher war eine bekannte Persönlichkeit in Fischeln. Er gehörte viele Jahre
dem Gemeinderat an und vertrat auch die Interessen im Kirchenvorstand der Pfarrgemeinde
St. Clemens. Bis in die 1970er-Jahre wurde das Damen Gut landwirtschaftlich
genutzt.
Das ehemalige Damen Gut wurde von dem Fischelner Ehepaar Robert Reichling und
Elga Lehari-Reichling zusammen mit der Firma Hambloch 2007/2008 unter denkmalpflegerischen
Gesichtspunkten revitalisiert. Es wird zu Wohnzwecken genutzt.
nochmals um zwei Räume erweitert werden.
Im Jahre 1884 wurde die Südschule mit vier Schulklassen selbstständig, insgesamt wurden damals 285 Kinder unterrichtet. Im Oktober 1888 wurde der nächste
Schulerweiterungsbau fertig gestellt.Heute lautet die offizielle Bezeichnung: Südschule, Städt. Gemeinschaftsgrundschule. 2008 wurden in einem Erweiterungsbau eine Mensa und ein Verwaltungsbereich
eingerichtet. In dem Neubau befinden sich auch Gruppenräume für den offenen Ganztag. Ein weiterer Bauabschnitt umfasst die Erweiterung des direkt an
der Kölner Straße gelegenen Altbaus um sechs Unterrichtsräume mit Nebenräumen. Für diese Erweiterung musste das Gebäude, in dem sich früher die bekannte Gaststätte „Zum Südpol“ befand, weichen.
Rund 275 Schülerinnen und Schüler werden heute (Schuljahr 2010/11) an der Südschule unterrichtet. Wichtige Merkmale des Unterrichts sind das jahrgangsübergreifende Lernen und das gemeinsame Lernen behinderter und nicht behinderter Kinder.

nach Europa, wo er zunächst in Rom heimisch wurde. Wer mit der Palmsonntagsprozession zu den sieben römischen Hauptkirchen zog, erhielt zum Zeichen der
Sündenvergebung den päpstlichen Ablass. Die gleichen Ablässe verlieh seit 1394 Papst Bonifatius IX. den Kölnern, wenn sie am Palmsonntag zu den sieben ältesten Pfarrkirchen Kölns pilgerten. Pfarrer Bartholomäus Beckers, ein geborener Kölner und ehemaliger Pfarrer an St. Ursula in Köln, führte die Römerfahrt im Jahre 1858 in Fischeln ein. Da nicht genügend Kirchen zur Verfügung standen, beschränkte man sich auf die „Sieben Fußfallstationen“, die es bereits vorher gab. Die Patenschaft für die Pflege und Instandhaltung der Fußfallstationen hat die
St. Sebastianus-Bruderschaft an St. Clemens Fischeln e.V. übernommen.
der Name kommt. In früheren Zeiten trugen die Menschen „Holzschuhe“. Bedingt durch den schmalen Durchgang und die seitlich hohen Mauern, erzeugen
die Holzschuhe auf dem Gehpflaster einen entsprechenden Lärmpegel. Daher kommt der Name
„Knall-Jatz“. Die „Knall-Jatz“ verläuft schräg gegenüber der St. Clemens-Kirche von der Marienstraße zur
Saassenstraße. Sie ist ein Zeugnis der alten dörflichen
Strukturen unseres Heimatortes.
Während des truchsessischen Krieges (1583-1588) wurden die Kirche und der Turm stark beschädigt.
Der Turm wurde 1586 wieder hergestellt. 1594 und 1597 wurden die Gewölbe der Kirche erneuert. Die erste urkundliche Erwähnung fand im Jahre 943 durch den Bischof Balderich von Utrecht in einer Erklärung zu einem halben Patronatsanteil einer Kirche in der „villa fiscolo“ (Fischeln) statt. Bei Sanierungsarbeiten in den Jahren 1965-1967 wurden Überreste einer kleinen Kirche
aus dem 10. Jahrhundert freigelegt. Nach den Plänen des Kölner Diözesanbaumeisters Vincenz Statz wurde die Kirche in den Jahren 1867/1868 durch ein neues, dreischiffiges Querhaus erweitert. Am 14. Oktober 1868 wurde es durch den Erzbischof von Köln, Paulus Melchers, feierlich übergeben. Die St. Clemenskirche ist mit wertvollen, ansprechenden Heiligenfiguren ausgestattet. Die älteste Figur aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts zeigt den Hl. Antonius. Aus dem 17.
Jahrhundert stammen die Figuren des Hl. Clemens und des Hl. Sebastianus. Die Figur des Hl.Matthias stammt aus dem 18. Jahrhundert. Die Kirchenbänke wurden 1752 gefertigt. Johann Osterspey schuf Ende des 18. Jahrhunderts die Darstellungen eines dynamischen Gott-Vater, sowie Johannes dem Evangelisten, Petrus und Josef. Der Hochaltar wurde im Jahr 1900 aufgestellt. Der Marienaltar stammt aus dem Jahre 1910, der Sebastianusaltar aus dem Jahre 1916. Der Hauptaltar sowie die beiden Nebenaltäre wurden von Tenelsen um 1900 geschaffen. Die St. Sebastianus-Bruderschaft an St. Clemens hat für den Sebastianus-Altar eine Patenschaft übernommen. Der Clemensplatz mit altem Baumbestand wird von alten zweigeschossigen Bauten eingerahmt. Sie geben mit ihrer Schlichtheit dem romanischen Turm der Kirche und seinen Gliederungen
einen würdigen Rahmen.
„Zum Burghof“ stand schon im 16. Jahrhundert
das Gut „Molenhof“. Bereits im Jahr 1516 wurde ein „Peter in gen Molen“ erwähnt. 1736 hatte dieses Gut 42
Morgen landwirtschaftliche Fläche in der
Bewirtschaftung. 1859 wurde auf dem Gut ein „Römisches Grab“ freigelegt. Als Grabbeigaben entdeckte man römische Krüge, Teller und eine
Bronze-Münze. Eigentümer dieses Anwesens
war Mitte des 19. Jahrhundert die Familie
Burchartz. Im Jahre 1906 wurde das heutige Gebäude,
ein Wohnhaus mit Gasthof im Jugendstil errichtet.
Josef Gietz übernahm die Gaststätte im Jahr 1920 von Josef Finck. 1929 wurde für das Lokal so geworben:
„Großes Ausflugslokal, schöne Gesellschaftsräume, schattiger Garten, Tanz im Freien, Veranstaltungssaal und Parkett-Kegelbahn“. Der Burghof ist die letzte Gastronomie in Fischeln, deren Veranstaltungssaal heute
noch genutzt wird und ist damit vielfach Mittelpunkt des gesellschaftlichen, politischen und Vereins-Lebens in Fischeln. Der Burghof ist seit mehr als 90 Jahren im
Eigentum der Familie Gietz.


der „Jesuiten-Orden“ zu Köln. 1690 wurde Adamus Wiertz Pfarrer an St. Clemens. Er stammte aus einer
vermögenden Familie und entwickelte sich zum Wohltäter der Gemeinde, insbesondere durch sein Wirken für das Schulwesen. Pfarrer Wiertz erwarb das Pfarrhaus mit Garten für 450 Reichstaler. Am 16. Oktober 1728 wurde das Dorf von einem Großfeuer heimgesucht. 12-13 Häuser einschl. Pfarrhaus, Schule und Küsterhaus wurden völlig zerstört. 1729 wurde das Pfarrhaus neu erbaut. Der Neubau kostete 1.020 Reichstaler. Die Erstellungskosten wurden von Pfarrer Wiertz übernommen. Über dem Türsturz wurde ein
Stein mit dem Zeichen der Jesuiten, J H S (Jesus Christus Salvator = Erlöser) und A W 1729 eingesetzt. An der Hofseite sind die Maueranker A W P F - Adamus Wiertz Pfarrer Fischeln in die Hauswand verankert. Das Pfarrhaus ist ein zweigeschossiger Putzbau in fünf Achsen mit Walmdach. Pfarrer Adamus Wiertz starb am 14. Juni 1733 im 43. Seelsorgerjahr als Pfarrer an St. Clemens. Er verfügte in seinem Testament vom 23. August 1732, dass dieses Gebäude nach seinem Tod in das Eigentum der Pfarre übergeht und zukünftig als Wohnhaus des Pfarrers von St. Clemens genutzt werde. Im Jahre 1960 wurde das Pfarrhaus saniert und mit einem Anbau erweitert.

dem Grundstück Clemensstraße 15 mehrfach verbunden ist. Laut Johann Peter Lentzen (1860) gehörte das Haus zu denjenigen Häusern an der Clemensstraße,
die um 1780 erbaut wurden. Ein kleines Gut unter dem Namen Sterken war dort aber bereits 1750 vorhanden. Im Jahre 1800 hatte es 17 Morgen Land und stand im Eigentum von Peter Jakob Saaßen. Die Scheune dieses Betriebes enthält noch heute ein Eichenständerwerk
mit der Balken-Inschrift: „Dieser Bau stehet in Gottes Hand Gott bewahre ihn für Feuer und Brand
Conradus Stercken, Maria Catharina Saassen
Anno 1800 den 13. May“ Conrad Sterken wurde um 1760 in Fischeln geboren und starb vor 1848. Am 30. April 1812 heiratete er Catharina Buscher, die um 1778 in Fischeln geboren wurde und dort am 4. Januar 1848
starb. Ihre Eltern waren Joan Buscher und Maria Agnes Saaßen aus Fischeln. Um 1800 gab es in Fischeln in diesem Haus die Wirtschaft „Saaßen im Anker“. Die Einwohnerliste von 1844 sagt auf Seite 20 über das Haus „Dorf 122“ – das ist heute die Clemensstraße
15 –, dass dieser Hof im Eigentum der Catharina Buscher, Witwe von Conrad Sterken, war, 50
Morgen Land hatte, 2 Pferde, 7 Kühe und dass eine Brennerei betrieben wurde. Nach dem Tod dieser Witwe Sterken, genannt Buscher, fiel der Besitz auf unbekannten Wegen wieder an die Familie Saaßen. Von der Erbengemeinschaft Saaßen/Ossenbach erwarb die St. Sebastianus-Bruderschaft an St. Clemens Fischeln am 18. November 1991 den Grundbesitz für die Errichtung des Altenheimes „Saassenhof“. In der Bauphase von 1994 bis 1996 wurden ein Neubau errichtet, sowie die alten Hofgebäude restauriert. Seit 1996 ist der „Caritasverband Krefeld“ Träger des Altenheimes „Saassenhof“.

erhalten ist, und wurde im Jahr 2000 in die Denkmalliste der Stadt Krefeld aufgenommen. Das große Fachwerkgebäude - ein Fünfgebindegebäude - ist bedeutend für die Geschichte des Niederrheins. Es zeigt eine wichtige über Jahrhunderte in der hiesigen Region übliche Lebensform der Menschen, die alle wesentlichen Funktionen - Wohnen, Vieh- und Vorratshaltung - unter einem Dach vereinte.

Die Straße Hees gehört zu den ältesten Straßen Fischelns. Hees bedeutet übersetzt Geest, das heißt Sandrücken. Dies beschreibt, dass das Gelände
zum Fischelner Bruch abfällt. Um 1497 gab es einen Heeser- Hof, der später auch Renen-Hof genannt wurde. Laut Johann Peter Lentzen war er aber schon 1720 „unbedeutend“. 1922 wohnten im Hees 79 Familien mit Kindern, ohne Wasserleitung und Kanal, teilweise
auch ohne elektrischen Strom und Gas. 1930/1931 wurde die Straße an das Kanalnetz und die Wasserversorgung angeschlossen. Durch Neugestaltung in den 1990er-Jahren bekam die Straße einen neuen Charakter. Das Hees ist wohl eine der schönsten und ältesten Straßen in unserem Stadtbezirk geworden.
Raderfeld
Die Bezeichnung Raderfeld findet man schon in der Karte von Johann Peter Lentzen, die Fischeln im Jahr 1594 darstellt. Raderfeld bedeutet Rodungsfeld. Bereits in dieser Karte ist das Raderfeld als eine mit Bäumen eingesäumte Straße eingezeichnet. Das östliche Gelände trägt den Flurnamen „Raderfeld“. Von 1914 bis 1929 - bis zur Eingemeindung Fischelns nach Krefeld - hieß die Straße noch Bruchstraße. Im Wegelagerbuch von 1857 war die Straße als „Haeser Lindeweg“ eingetragen, vermutlich benannt nach einer alten Linde, der „Haeser Linde“, die an der Kreuzung Raderfeld/Eichhornstraße
stand.

und wird zu Wohnzwecken genutzt.

Am 15. Dezember 1898 wurde der Betrieb auf der
ersten elektrischen Schnellbahn-Strecke Europas
zwischen Düsseldorf und Krefeld aufgenommen,
heute bekannt als „K-Bahn“. Dem Charakter
der damaligen Schnellbahn – sie fuhr mit ca. 40
km/h – entsprechend, besaß die Strecke eine vollkommen vom Straßennetz abgekoppelte Trasse. Diese mied naturgemäß die Zentren der von ihr berührten Ortschaften. Die Anlage erforderte somit kleine Haltestationen an der Peripherie der jeweiligen
Gemeinden. Zeittypisch wählte man hierfür ein Empfangsgebäude mit malerischen und unterschiedlich
geformten Elementen. Zunächst entstand im Einklang mit dem Konzept ein parallel zum Gleiskörper geführter Backsteinbau, dem im Norden rechtwinklig ein
übergiebelter Trakt in Fachwerkbauweise angefügt wurde. Im Jahre 1905 wurden ein Süd- und Nordtrakt angebaut. Seit mehr als einem Jahrhundert
wird im Bahnhofgebäude eine Gastronomie unterhalten. Zur Zeit wird unter dem Namen „U 76“ – das ist die offizielle Bezeichnung der Verbindung zwischen Düsseldorf und Krefeld - eine Gaststätte mit Biergarten betrieben.

Jahre 1750 stammendes zweigeschossiges Fachwerkgebäude errichtet. Der Neubau aus Backstein entstand nach den Plänen des Krefelder Architekten Heinz Bienefeld. Bienefeld, der 1996 posthum für sein Lebenswerk vom Bund Deutscher Architekten mit dem großen BDA-Preis ausgezeichnet wurde, hat dieses Haus für die Familie seiner Schwester geplant und ausgeführt.
Das Wohnhaus ist ein wichtiger Bestandteil für die neuere Baugeschichte. Es dokumentiert die Bienefeld´sche Auffassung asketischer Einfachheit im Bauen; für seine Erhaltung sprechen baugeschichtliche und städtebauliche Gründe. Das Gebäude ist bedeutend als Teil des in seiner Gesamtheit ausgezeichneten Lebenswerkes von Heinz Bienefeld.
zu organisieren. Frau Catharina Margarete Klump vermachte ihr Haus im Jahr 1842 der Armenverwaltung.
Ab 1845 diente das zweigeschossige Fachwerkhaus als „Armenhaus“ der Gemeinde Fischeln. Das Gebäude wurde in die Denkmalliste der Stadt Krefeld ufgenommen.
Es ist heute in Privateigentum und wird zu Wohnzwecken genutzt.

„Wimmershof“, der bereits im Jahre 1439 urkundlich erwähnt wurde. Heute sind dort eine Kindertagesstätte und der Arbeiter-Samariter Bund untergebracht.

gestellt. Das Backsteingebäude bestand zunächst aus einer Lehrerwohnung und zwei Klassen. Eine dritte
Klasse wurde im Erdgeschoss eingerichtet. Räume
für die 4., 5. und 6. Klasse wurden in den Jahren 1856,
1859 und 1861 angebaut. 1915 wurde ebenfalls am Marienplatz ein Bau mit sechs Klassenräumen und einer
Schulküche errichtet. Dieser Bau, der die katholische Volksschule beherbergte, wird heute als Nebengebäude der Grundschule Wimmersweg genutzt. 1854 bildete sich ein Ausschuss, ein sogenanntes Comité, von mehreren jungen Männern, die freiwillige Spenden sammelten, um auf dem nicht mehr genutzten früheren Friedhof – der neuen Schule gegenüber – ein Marienstandbild aufzustellen. Der Gemeinderat gab am 3. Oktober 1855 seine Einwilligung zur Aufstellung einer Säule. Bereits
zwei Monate später, am 6. Dezember 1855, wurde eine Mariensäule aufgerichtet. Damit bekam die Schule ihren Namen „Marienschule“ und der gesamte Platz heißt
seitdem „Marienplatz“. Die Mariensäule wurde von dem Kölner Bildhauer Hilgers (Madonna) und dem Uerdinger
Steinmetz Louis Dicht (Sockel) entworfen und gefertigt. Sie ist in dieser Form eine der ersten Darstellungen des Marienbildes im öffentlichen Raum und damit eine
der ältesten im protestantisch geprägten Preußen im 19. Jahrhundert. Die Mariensäule wurde am 8. Dezember 1855 von Pfarrer Wilhelm Heinrich Heinrichs eingeweiht und ist seitdem ein Wahrzeichen Fischelns. Die Patenschaft für die Pflege und Instandhaltung
hat die St. Sebastianus-Bruderschaft an St. Clemens übernommen.

Anbauten, dem ehemaligen Maschinen- und Kornhaus.
Mit dem Bau der sog. „Holländischen Steinmühle“ in Backstein wurde am 12. August 1812 begonnen.
Bei dieser in genügender Höhe über den Bodenwirbeln errichteten Windmühle war nur die als Dach dienende Kappe, die Haube, drehbar. Die vier holzgefertigten Flügel des Windrades waren an einem Kreuzkopf befestigt, der am Ende einer Holzwelle angebracht war.
Der Bau dieser Mühle wurde im Auftrag einer Bauernvereinigung durchgeführt und 1813 vollendet.
1846 wurden ergänzend ein Schuppen und ein Wohnhaus gebaut. In der Nacht vom 12. auf den 13. Dezember 1848 brannte die Innenausstattung der Mühle
vollständig aus, die Wiederherstellung erfolgte 1849. 1884 wurde die Mühle durch einen Blitzschlag
stark beschädigt. Trotz des Einbaus einer Dampfmaschine konnte die Mühle mit den
inzwischen entstandenen Großmühlen in Krefeld und Neuss nicht konkurrieren. 1911 wurde die Windmühle stillgelegt. Im Jahre 1914 erfolgte die Umwidmung der Mühle zu Wohnzwecken, nachdem die Mühlensteine
mit entsprechender Mahlvorrichtung entfernt wurden.
Der Mühlenstumpf – wie auch die Anbauten – werden heute zu Wohnzwecken genutzt.

produzierten sie „Eiserne Schornsteine“, „Gasrohre für Walzwerke und Hochöfen“, „Braupfannen
und Kühlschiffe“ (Behälter aus Kupfer und Stahlblech, die entsprechend die heiße Brauwürze auf niedrigere Temperaturen fahren). Diese werden in Bierbrauereien eingesetzt. Im Jahre 1899 wurde die Kesselschmiede der Brüder Schumacher von der Firma Robert Reichling & Co.
KG aus Dortmund aufgekauft. Die Firma Reichling fertigte Wasserreinigungsanlagen und war die erste und älteste Spezialfirma auf diesem Gebiet in Deutschland. Das Ruhrgebiet mit seinen vielen Zechen war zunächst Hauptabnehmer für Kesselspeisewasseraufbereitungsanlagen. Die Verwaltung zog erst im Jahre 1924 von Dortmund nach Krefeld. Bis Anfang der 1930er-Jahre wurden jedoch auch noch Dampfkessel gefertigt. Die letzten Dampfkessel erhielten die Städtischen Krankenanstalten Krefeld. Da die Anforderungen an die Wasserqualität immer höher wurden, konzentrierte man die Fertigung nur noch auf Wasseraufbereitungsanlagen. Das Leistungsprogramm wurde durch die Herstellung von kompletten Pumpwasserwerken, von Ionenaustauschern sowie Anlagen für die Enthärtung und Entsalzung von Kesselspeise- und Fabrikationswässern mit Einsatzgebiet in der Zuckerindustrie erweitert. Ein weiteres Spezialgebiet war der Bau von adewasserumwälzanlagen für Frei- und Hallenbäder, u. a. für die Schwimmbäder an der Neusser Straße und in Bockum. In der ochkonjunktur
wurden bis zu 200 Mitarbeiter (überwiegend Fischelner Mitbürger) beschäftigt. Im Jahre 1970 wurde die Firma Robert Reichling GmbH & Co. KG an das Maschinenbauunternehmen Buckau–Wolf AG in Grevenbroich veräußert. Die Produktion in Krefeld wurde im Jahre 1975 aufgegeben und nach Grevenbroich verlagert. In den 1980er-Jahren übernahm der Krupp-Konzern die Unternehmensaktivitäten von Buckau-Wolf.
Ende der 1980er-Jahre erwarb die Stadt Krefeld das Firmengelände und das Privatwohnhaus vom Krupp-
Konzern. Der „Stadtpark Fischeln“ wurde um die inzwischen renaturierte Industriebrachfläche der Firma
Reichling erweitert.

Fischeln im Jahre 1892. Die Wedelstraße wurde nach ihm benannt. Ab dem Jahre 1880 wurde im oberen
Stockwerk des Hauses Marienstraße 37, das Rundbogenfenster aufweist, ein Betraum eingerichtet. Eigentümer des Gebäudes war die jüdische
Familie Falkenstein. Kurz vor Beginn des ersten Weltkriegs, also gut 15 Jahre vor der Eingemeindung
Fischelns, zogen einige jüdische Familien nach Krefeld. Dadurch wurde die Kultusgemeinde so stark verkleinert, dass sie ab dem Jahre 1910 keine eigenen Gottesdienste mehr feierte und sich der Synagogengemeinde Krefeld anschloss. Das Haus ist heute noch in Privateigentum und wird zu Wohnzwecken genutzt.

als typische Vertreterin des Kirchenbaus in der Nachkriegszeit seit 1998 unter Denkmalschutz.
Am Straßenrand steht als Campanile ein viergeschossiger Stahlbetonglockenturm, der nur im Glockengeschoss geschlossen ist. Dem quadratischen Kirchenraum
ist ein eingeschossiger, ebenfalls flachgedeckter Baukörper mit Räumen für das Gemeindezentrum vorgelagert. Um das Edelstahlportal befindet sich eine in Betondickglastechnik ausgeführte Verglasung nach dem Entwurf von Frère Marc de Taizé, der auch den Abendmahlstisch aus Edelhölzern und die Bleiverglasungen zwischen den Betonpfeilern
der Außenwände gestaltet hat. Der erste Spatenstich zum Kirchenbau erfolgte am 17. November 1957, die Grundsteinlegung am 26. Januar 1958.
In Anwesenheit des Bezirkspfarrers Wolfgang Elfrath und der Bezirkspresbyter Friedrich Hain, Erich Müller und Hermann Wolfs legte der Präses des Presbyteriums
der Evangelischen Kirchengemeinde zu Krefeld, Pfarrer Theodor Horning, den Grundstein mit den Worten: „Im Glauben Jesu Christi – des Sohnes Gottes – legen wir diesen Grundstein zu einem Gotteshause damit an diesem Orte dereinst der wahre Glaube gepredigt, die heiligen Sakramente gespendet und diese Stätte gebraucht werde zum Gebet und zur Anrufung des dreieinigen Gottes – des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen“ Eingeweiht wurde die Kirche am 7. Dezember 1958.
die Baupläne und den Neubau des Fischelner Rathauses.
Die Bausumme betrug 110.000,00 Goldmark,
einschließlich der Einrichtung. Die sehr abwechslungsreich gestalteten Bauteile drücken den
nach der Jahrhundertwende beliebten, malerischen
Charakter der Architektur aus, was sich auch bei Rathäusern in Giebeln, Erkern, durch Schweifungen
herbeigeführte Unruhe, besonders aber in den die Silhouette prägenden Türmen niederschlägt.
Als das neue Rathaus am 1. August 1910 seiner Bestimmung übergeben wurde, erhielt auch die Gemeinde-Sparkasse neue Räume. Zum 1. August 1929 wurde die Gemeinde Fischeln nach Krefeld eingemeindet. Die Gemeinde-Sparkasse wurde Zweigstelle der Städtischen Sparkasse Krefeld, (heute Sparkasse Krefeld). Am 10. März 1965 bezog die Hauptzweigstelle Fischeln neue Geschäftsräume in einem Neubau im Ortskern auf der Kölner Straße. Im Rathaus, in dem die Bezirksvertretung tagt, ist heute auch der Bürgerservice der Stadt Krefeld für Fischeln und die Bezirksdienststelle der Polizei untergebracht. Außerdem nutzt derzeit der Bürgerverein Fischeln e.V. den Keller für sein umfangreiches Archiv.

von Fischeln gegründet. Mehr als 80 Jahre gehörte
dieses Bauwerk mit seinem 24 Meter hohen Schornstein
zum Ortsbild. Schon zur Firmengründung hatte die Fabrik moderne Auszugsöfen und moderne Maschinen. Sie war immer auf dem neuesten Stand der Technik. Der Sohn des Gründers, Hans Hauses, trat 1919 als Gesellschafter in die Firma ein und übernahm sie nach dem Tode von Carl Hauses als alleiniger Inhaber. Bedingt durch den geringeren Brotverzehr im Zuge der Umstellung der Ernährung und wegen der Stilllegung vieler Einzelhandelsgeschäfte wurde die Produktion zum
31. Dezember 1969 eingestellt. Die Betriebsflächen wurden neu bebaut und werden seitdem
von zwei Großraum-Einzelhandelsgeschäften genutzt.

selbstständigen Fischeln ging der Aufschwung
zunächst vorbei. Die meisten Bewohner verdienten ihren Lebensunterhalt in der Landwirtschaft. Das änderte sich, nachdem sich junge Männer aus Fischeln in der Stadt zu Webermeistern ausbilden ließen. Bald war aus den kleinen Weberhäusern das charakteristische Klappern der Handwebstühle zu hören. Für ihr sicheres, aber
bescheidenes Einkommen mussten die Hausweber und ihre Familien täglich sehr lange arbeiten. Der tüchtige Webermeister, der in der Stoff-, Seiden- und Samtweberei tätig war und sein Handwerk sehr gut beherrschte, war in der Gemeinde aber auch bei den Fabrikanten eine angesehene Person. Ein Pfarrer sagte dazu einmal: „Die Weber sind schwer zu lenkende Leute, sie denken zu viel“. In der Blütezeit der Hausweber, im Jahre 1880, waren laut Steuerliste 471 Hausweber in
Fischeln tätig. Insgesamt zählte Fischeln damals 5431 Einwohner. Die mechanischen Webstühle mit der industriellen Produktion in der Fabrik verdrängten
mit der Zeit die Hausweber. Die letzten Hausweber in Fischeln waren die vier „Former-Jonges“, die Brüder Wilhelm (1856-1938), Peter (1857-1938), Clemens (1862-1940) und Heinrich (1867-1937). Sie hörten 1930 mit der Hausweberei im Formerhaus, heute Kölner
Straße 467, auf. 1830 – 1930: 100 Jahre Hausweberhandwerk in Fischeln gingen damit zu
Ende. Die „Former-Jonges“ waren in Fischeln ein Begriff. Sie waren friedliebende Menschen, die niemanden etwas zuleide taten. Und doch gab es in Fischeln ein geflügeltes Wort, wenn jemand zu dreist wurde. „Paß op, ech schick dech die Former-Jonges op den Hals“, hieß es dann warnend.

durch Dr. Peter Gratzfeld, Pfarrer an St. Clemens Fischeln, wurde am 29. September 1912 vollzogen.
Grundstücksschenkungen von Seiten der AG Vulkan machten den Bau einer Notkirche möglich.
Am 2. April 1916 wurde die katholische Kirche St. Bonifatius geweiht. Sie war zunächst eine Tochterkirche von St. Clemens Fischeln. Am 1. April 1921 wurde die Kirchengemeinde zu einer eigenständigen Pfarre „St. Bonifatius“ erhoben. Da die Pfarrgemeinde durch Neubürger nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs, wurde
eine größere Kirche erforderlich. Wieder wurde ein Kirchenbauverein ins Leben gerufen. Das Edelstahlwerk stellte Bauland zur Verfügung. Am 20. und 21. Juni 1959 wurde die von Emil Steffan gestaltete Kirche nach einjähriger Bauzeit durch Bischof Johannes Pohlschneider geweiht. Das heutige Kirchenzentrum St. Bonifatius ist aus Gründen der Ortsgeschichte eine Kirchenoase in
einer von Arbeitern und Angestellten geprägten Wohnsiedlung unweit des Edelstahlwerkes der ThyssenKrupp Nirosta GmbH.

– vor allem in den Ortsteilen Königshof und Stahldorf
– immer stärker wuchs und auch viele Bewohner der Nebenstraße einen Gasanschluss wünschten, beschloss der Gemeinderat am 6. Juli 1908, ein eigenes Gaswerk zu bauen. Die Kostenschätzung belief sich auf 270.000 Mark. Vom Gutsbesitzer Hermann Oediger wurde ein vier Morgen großes Grundstück an der Feldstraße
(heutige Vulkanstraße) zum Preis von 16.000 Mark gekauft. Am 3. November 1909 genehmigte
der Gemeinderat die Aufnahme von einem Darlehen in Höhe von 320.000 Mark bei der Kreissparkasse Crefeld zu 4 % Zinsen und 1,5 % Amortisation. Errichtet wurde die Gasanstalt – abgesehen vom Gasbehälter - von dem Krefelder Bauunternehmer Bienefeld.
Friedrich Krieger aus Haselünne (Emsland) kam im Oktober 1910 als Gasmeister nach Königshof. Die Eröffnung der Gasanstalt erfolgt am 1. Januar 1911. Die Gaserzeugung stieg gleichmäßig an und betrug im Jahre 1928 vor der Eingemeindung 434.810 Kubikmeter. Hinzu
kam noch die Ausbeute von Koks, Ammoniakwasser und Teer. 1925 betrug die Gesamtlänge des Rohrnetzes 19.461 Meter, und es gab 1.132 Gasabnehmer. Für
die Straßenbeleuchtung - zuerst auf den Hauptverkehrs-Straßen der Gemeinde - wurden 64
Gaslaternen unterhalten. Vor der Inbetriebnahme der Gasanstalt wurde die Gemeinde ab 1894 von Krefeld aus mit Gas versorgt. Dafür war ein Gasliefervertrag mit den Gebrüdern Puricelli ausgehandelt worden, die damals die Eigentümer des Krefelder Gaswerkes waren. Nach einer Betriebszeit von nur 19 Jahren wurde die Kokerei in Königshof aufgegeben. Den Gaskessel nutzten die Stadtwerke Krefeld noch bis 1954. Im Jahre 1959 hat man den großen Stahlbehälter demontiert. Auf einem Teil des Geländes befindet sich noch heute eine asreglerstation. Von der ehemaligen Gasanstalt ist nur noch das zweigeschossige Wohnhaus erhalten. Die Eigentümer, das Ehepaar Horst und Helga Hannappel, haben es mit Feingefühl und hohem Kostenaufwand wunderschön instandgesetzt.

geschlämmten Fassaden, Krüppelwalmdach und einem
an der Längsseite zur Kölner Straße gelegenen Eingang
in der Mittelachse war ursprünglich das Wohnhaus
des 1792 neu erbauten Groß-Beeckerhofes. Zu diesem ansehnlichen landwirtschaftlichen Betrieb gehörten neben der Schankwirtschaft auch ein Kohlenhandel, eine Brauerei, eine Brennerei, eine Gemüsegärtnerei
und eine Bäckerei. Außerdem war bis 1900 hier
eine Posthalterei eingerichtet sowie eine Barriere (Schlagbaum), da der Hofinhaber bis 1875
Wegegeld-Erheber für die Benutzung der Landstraße durch Pferdefuhrwerke war. Durch An- und Ausbauten war die Gebäudegruppe die größte und als solche Mittelpunkt eines Umkreises, der später als Ortsteil den Hofnamen übertragen bekam. Der Name Königshof war seinerzeit eine für Wirtshäuser übliche Bezeichnung und leitet sich ungeachtet eines Königsbesuchs nicht zwangsläufig davon ab. Die Maueranker I H G B A C G B leiten sich von den Namen der Eigentümer, Johann Heinrich Groth-Beeker und Anna-Catharina Groth-Beeker ab. Später entstand der Name Groß-Beeckerhof. Erzählungen zufolge bewirtete der heutige Königshof oft hohe Gäste, wie 1795 den Kurfürsten Maximilian Franz (Sohn der Kaiserin Maria Theresia), 1804 und 1811 den Kaiser Napoleon I. und 1821 den preußischen König Friedrich Wilhelm III. Dieser soll auf Anregung
des Landrates Cappe der Schankwirtschaft des Groß-Beeckerhofes den Titel „Zum Königshof“ gegeben haben. Bis 1994 war der Gasthof ein weit über die Krefelder Stadtgrenzen hinaus bekanntes Feinschmeckerlokal.

unterstützt. Die Backstein-Saalkirche mit halbrunder
Apsis wurde am 26. September 1897 in einem feierlichen
Hochamt geweiht, nachdem die Monstranz mit dem Allerheiligsten in einer Prozession von Fischeln aus zur neu erbauten „Herz-Jesu-Kirche“ getragen wurde.
Die Seelsorge an der neuen Kirche übten zunächst die Kapläne von St. Clemens aus. Über zwei Jahrzehnte war die Herz-Jesu-Kirche eine Tochterkirche von St. Clemens.
Am 7. September 1921 wurde der Bereich Königshof zu einer selbstständigen „Katholischen Kirchengemeinde“ mit der Pfarrkirche Herz-Jesu erhoben. Erster Pfarrer wurde Johannes Lefarth, nach dem eine Straße benannt wurde. Er war bereits ab 1918 Pfarr-Rektor in Königshof. Durch seine Bemühungen wurde das Rektorat
Königshof eine eigenständige Pfarre. Pfarrer Lefarth war auch einer der „Gründerväter“ des Sportvereins „DJK Adler Königshof“. 1926 wurde er zum neuen Pfarrer an St. Josef in Düsseldorf berufen. Rund 60 Jahre später wurden nach einer wechselreichen Geschichte sogar der Abriss und Neubau der Kirche in Erwägung gezogen. Unter anderem Pfarrer Heribert Brück war es zu verdanken, dass die Kirche erhalten blieb. Nach gründlicher Umgestaltung und Sanierung übergab an Pfingsten im Jahr 1988 Architekt Franz Jörissen den Kirchenschlüssel an Bischof Dr. Klaus Hemmerle. Dieser reichte ihn an Pfarrer Heribert Brück mit den Worten
weiter: „Alles ist Übergang. Ich überreiche Ihnen nun den Schlüssel für dieses Haus unseres beständigen Übergangs.“


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Fischelns.

