Thomas Schlösser zum 2. Mal Schützenkönig
Eigentlich war es wie immer: im Vorfeld des Königsvogel-Schießens der Bürger-Schützen-Gesellschaft 1451 Fischeln e.V. wurde im „Dorf“ gemunkelt. Alle waren sicher zu wissen, wer neuer Schützenkönig werden wollte – auch wenn mehrere Namen genannt wurden. Fragte man bei den Verantwortlichen im Vorstand nach, erntete man ein Schulterzucken. Es wurde weder bestätigt noch dementiert. So lag dann doch ein Hauch Spannung in der Luft, als die Schützen gegen 15:30 Uhr vom Schützenbaum an der Dohmen-/Saassenstraße zum Marienplatz mit der Musik vom Tambourkorps Gut Schlag Krefeld und dem Blasorchester Jahn Bockum zum Marienplatz zogen.
Vorher hatten um 14 Uhr Bezirksvorsteherin Doris Nottebohm und der Vorsitzende des Bürgervereins Fischeln, Rainer Schütt, die Kirmes mit dem traditionellen Zylinderschwenken eröffnet. Bäckermeister Daamen schnitt die Variationen der „Prumetaat“ an.
1. Vorsitzender Benedikt Lichtenberg begrüßte dann die zahlreichen Ehrengäste, unter ihnen die Bürgermeisterinnen Karin Meincke und Jutta Pilat, den Bundestagsabgeordneten Ansgar Heveling und den Landtagsabgeordneten Ulrich Hahnen, die alle einen Ehrenschuss auf den Holzvogel abgaben. Als erster aber lag das Recht bei Schützenkönig Daniel Frenkler, der sich somit von seinen Untertanen verabschiedete und die Königskette ablegte. Als den am weitesten angereisten Ehrengast konnte man übrigens Vincent James Forgione als Florida begrüßen, der als US-Veteran in Uniform seinen Ehrenschuss abgab.
Organisationschef Jürgen Schick rief dann die einzelnen Kompanien zum Vogelschuss auf, die Reihenfolge war vorher ausgelost worden. Die Schießmeister Manfred Nitsch, Werner Wunden und Ferdinand Prahl waren für die Sicherheit und den ordnungsgemäßen Ablauf verantwortlich. Den rechten Flügel sicherte sich die 9. Kompanie, den linken dann die Schill-Offiziere. Beide konnten sowohl die flüssige Belohnung und die jeweiligen Schützen eine Anstecknadel des 1. Krefelder Stadt-Schützenfestes in Empfang nehmen.
Es war 18:25 Uhr, als Jürgen Schick öffentlich alle Bewerber um den Königsschuss aufrief, den Schießstand zu betreten. Vorher hatten die Schießmeister den Holzvogel entfernt und das Zepter aufgezogen, was es nun mit einem gut gezielten Treffer abzuschießen galt. Zwar waren eine ganze Reihe dunkel gekleideter Personen bereits im Bereich des Schießstandes, aber hier handelte es sich wohl um Offizielle. Erst nach einem weiteren Aufruf kam Bewegung in die Reihen. Mitglieder der in Fischeln nicht unbekannten 17. Kompanie betraten in ihren weißen Kürassier-Uniformen den Schießstand. Ein Raunen ging durch die Reihen, als als Erster ein gewisser Thomas Schlösser, auch Vorsitzender des VfR Fischeln, an das Gewehr trat. Kurz gezielt – abgedrückt – großer Jubel: „Es lebe der neue König!“ Thomas Schlösser feiert im nächsten Jahr das Schützenfest 25 Jahre nach seiner ersten Königswürde erneut als Schützenkönig. Mit seiner Ehefrau Angelika und den Ministern Helmut Hannappel mit Ehefrau Monika sowie Henk Kox mit Ehefrau Barbara bildet er das neue Königliche Haus. Und abends feierten dann die Schützen unter den Klängen der Rhein-River-Band beim Krönungsball die neue Majestät.
Der nächste Morgen begann dann zunächst mit einem feierlichen ökumenischen Feld-Gottesdienst im Festzelt, abgehalten von Frau Pastorin Koll und Pfarrer Manfred Bub, Schützenbruder der 5. Kompanie.
Im Anschluss daran konnte Vorsitzender Benedikt Lichtenberg den Bürger-Schützen-Treff eröffnen. Für Musik sorgte das Krefelder Fanfarenkorps und die Peter-Fritz-Band mit der Bläserschule Fischeln.
Gleichzeitig legten die Jungschützen mit dem Luftgewehr auf den Holzvogel an, um den Jung-Schützenkönig zu ermitteln. 16 waren angetreten, um Nachfolger von Marcel Blaschzyk zu werden, der die letzten 2 Jahre die Königskette trug.
Ex-Page Yann Gutrath (Fahnen-Offiziere) sicherte sich mit dem 54. Schuss den rechten Flügel und nach weiteren 33 Schüssen holte Diego Recavarren (1. Jungschützen-Kompanie) den linken Flügel herunter.
Dann ging es ans Angemachte. 145 Schuss mussten die verbliebenen 6 Jungschützen abgeben, bevor der Vogel – zunächst zögerlich – zu Boden fiel. Philipp Strauch (20 Jahre) von den Leib-Husaren war der Glückliche, der dann die Glückwünsche entgegen nahm.
„Die Weichen für ein großes Schützen- und Heimatfest im nächsten Jahr sind damit gestellt“, so Vorsitzender Benedikt Lichtenberg.

